reisebericht #7: die wunderbare welt der medizin

wie ich mich mal als 18jähriger skin
zum volldeppen machte

es war
an einem montag morgen,
als ich bemerkte,
dass ich mir
übers wochenende
für meinen beruf als maurer
ein handicap eingefangen hatte.
während
eines raufhändels
muss ich mir
das letzte gliedgelenk
meines linken, kleinen fingers
verletzt haben
(denn es gilt nicht nur
rechts die kelle – links die buddel,
nein,
auch hunderte steine wanderten
während eines arbeitstages über links
– und seinerzeit auch wochenends so mancher kiefer).
es ging nur noch
wie wein- oder sektsaufen,
mit schwul gespreiztem finger.
(hehe,
eigentlich gefiel mir das,
ich wollte immer virtuos mauern,
mit eleganz).
wer je gemauert hat
kann sicher bestätigen,
dass selbst die so geringe kraft des kleinen fingers
aber zwingend erforderlich ist.
also
am nächsten tag zum arzt,
röntgen,
krankschreibung
und ne überweisung
in die handchirurgie
nach hamburg wandsbek.
nun
gab´s damals noch kein internet
und ich wusste nicht recht,
wo das denn zu finden sei.
für sowas
waren damals noch die
beamteten bahnhofsschaffner des hbf zuständig
(meiner meinung nach),
ich fragte einen bahnbüttel nach verbindung
und vorortbeschreibung
und er wies mir den weg.
nur,
ich lief zu der zeit
mit glatze und springerstiefeln rum
und der beschriebene weg
führte mich direktamong
ins
bundeswehrkrankenhaus wandsbek
wo mir die soldaten
dann grinsend bis missmutigs
den weg ins
ak wandsbek wiesen.

dieser faux pas
wäre ja noch schmunzelnswert
(kleiner trottel, sozusagen),
zum richtigen honk
machte ich mich dann vor ort,
in der handchirurgie des ak wandsbek.
ambulante op
mit örtlicher narkose
war angesagt,
doch ich musste mich herrichten
als ginge es zu einer herztransplantation.
angesichts
des klitzekleinen, letzten gliedes
meines gebrochenen fingers
eine, wie mir schien
doch etwas aufwändige prozedur.
ich wurde
von einer schwester
in ein 6- oder 8bett-zimmer geschoben,
wo einarmige
und schwer geschiente
beim skat zusammen sassen
(clever: holzleisten mit schlitz, so kann auch der einarmige richtig zocken).
die schwester
drückt mir so´n op-kittel in die hand,
sagt mir,
dass ich mich nackig machen soll,
den kittel über
und wenn ich fertig bin
kann ich schon mal anfangen
mir die hände zu waschen.
ziemlich doof nur,
wenn man als 18-jähriger
mit auf der strasse die grösste klappe habend
sich auf einmal
vor gestandenen invaliden
ausziehen soll.
egal,
was soll, das muss wohl.
peinlich
wurde es mir auch wirklich erst,
als mich die (mütterlich wirkende) schwester dann abholen wollte
und auf den ersten blick sah,
dass ich zu doof war
den scheiss op-kittel
richtig herum anzuziehen.

was haben sie denn da gemacht ?

ich hatte den mist mit der öffnung nach vorne an
(und mein gemächt wurde in dieser situation immer kleiner)

als mutti mir dann den kittel auszog
um ihn mir richtig rum
wieder anzulegen
und ich dies
wie ein kleiner junge über mich ergehen liess,
steigerte sich
das verhaltene gegrumpfe
meiner temporären zimmernachbarn
zu lauthalsem lachen

ja,
ein junger buddel
wusste noch,
wie eine rote birne situation
wirkt

seit dem
lass ich mich nicht mehr operieren,
schwesternphobie

buddel

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Über eisenschaedel

der faulste reisende der welt
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