reisebericht #3.2: costa rica

verdammter hund

eine tiergeschichte

puerto viejo

nach 2-3 wochen strandbarleben im bamboo
wurde mir das erste mal bewusst,
dass sich
die herrenlosen köter des dorfes
manchmal
zu randalierenden rudeln zusammen taten.
rund ein dutzend
patroullierte regelmässig den strand
und wenn dabei auf einen
nicht zur meute gehörigen einzelgänger getroffen wurde,
dann wurde der (oder die, das spielte keine rolle)
erstmal vergewaltigt (!).
sehr schön
offenbarte sich hierbei immer
die hierarchie,
von alpha bis omega
brauchte man nur zuschauen
in welcher reihenfolge
die massenvergewaltigung begangen werden durfte.
zugegeben,
beim ersten mal
fand ich´s noch ganz witzig,
zumal die tölen einen des nachts
immer anknurren
während sie einem tagsüber den ganzen tag versuchen
das essen abzubetteln,
so dass man nachts unterwegs besser immer n paar steine zur hand hat
(falsche hunde, sozusagen)
und mir deren gebaren eigentlich
am arsch vorbei ging.
nur hatte die bande
sich scheinbar auf so´ne hündin eingeschossen,
die eigentlich nur immer wieder verzweifelt anschluss
an ein rudel suchte,
mit demutsgesten und was hunde sonst noch in so einem fall machen.
die wurde jedesmal nur vergewaltigt
und anschliessend weggebissen und -gebellt.
nachdem
ich das 2-3mal beobachtet hatte
tat mir das vieh irgendwie leid.
ich bestellte bei oscar ein frisches bier,
er solle meinen platz an der theke freihalten
und ich suchte mir ein paar steine.
als alpha1
erschrocken aufjaulte
nachdem ihn mein erster stein traf
war es erst mal ein ende
mit der fickerei.
zack, zack,
ne kleine salve meinerseits
und schon nach 3 oder 4 treffern
genügte es einfach den arm zu heben,
die bande nahm reissaus.
das opfer ebenso.
ich ging zurück an meinen platz im bamboo
(den oscar übrigens nicht freihalten musste – sämtliche gäste sind vor die tür gekommen um den spinner aus deutschland zu beobachten)
und trank dann noch ein oder zwei bier
bevor ich mich auf den heimweg machte.
tja,
da kam doch dieser blöde opferhund schwanzwedelnd
und zögerlich aus dem busch
und ich sach „na!“
und der überschlägt sich fast
so hat sein hinterteil gewackelt.
so wurde ich dann für wochen
rudelführer in einem 2mann-team
(der hund war zwar ne hündin,
ich nannte ihn dann trotzdem perro und nicht perra).
der ging mir nicht mehr von der pelle,
befolgte seltsamerweise meine deutsch gesprochenen befehle
und wir wurden im dorf zu einem
bekannten gespann
(sowohl bei den menschen als auch beim marodierenden rudel).

(eskapade :
beschreibung :
schlank, windhundähnlich aber stämmiger und kleiner, braunes mittellanges glatthaar, bastard )

perro
hatte nur einen entscheidenden nachteil :
er (eigentlich sie) stank.
also hab ich mir n stück seife gekauft,
meinen schweizer kumpel um hilfe gefragt
und wir haben uns den köter geschnappt,
eine vollwäsche musste her.
da hatte kötz aber nicht so bock drauf
und ich musste alle macht meiner teutonischen sprachgewalt einbringen
um perro
von den vorteilen verbesserter hygiene
zu überzeugen.
ein jammerbild gab er ab,
mit eingekniffenem schwanz,
zitternden flanken
(haha, bei 32°C)
und permanent mit fluchtgedanken beschäftigt.
als wir dann fertig waren
zitterten nicht nur die flanken,
der ganze hund hat gezittert
und ich opferte ein handtuch
ihm das fell trocken zu rubbeln.
fertig.
hund entlassen.
und was macht das vieh ?
anstatt uns
dankbar die hände zu lecken
flitzt die töle wie von teufeln gejagt davon
um sich noch in unserer sichtweite
mit vollem körpereinsatz
in den überall rumliegenden
müllhaufen zu suhlen.
da half auch
noch so kräftiges rufen meinerseits nicht mehr,
da kam bei perro
wieder das tier durch

2 tage später
kam er dann reumütig wieder angeschissen.
ich habe ihn nicht wieder gewaschen
und er ist nicht wieder abgehauen

buddel

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Über eisenschaedel

der faulste reisende der welt
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