reisebericht #1 : kambodscha 1995

minenfelder

januar 1995,
meine erste fernreise stand an,
kambodscha.
völlig bar jeden wissens um die sog backpackerei
stopfte ich meinen 200l-seesack bis zum platzen voll
und begab mich gen asien.

5 wochen voller unkenntnis einer anderen welt erwarteten mich.

ankunft phnom penh

ein schrotthaufen von airport.
lederjacke, schwarze strecht-jeans, 12-loch-doc-martens an den füssen, gefühlte 50 kg seesack über der schulter
bei 40°C und luftfeuchte nahe 100%
liessen mich zur inneren rutschbahn werden,
die 300m fussweg quer übers rollfeld per pedes
taten ihr übriges meine transpiration anzukurbeln.
einen ersten eindruck der mentalität
konnte ich dort auch gleich erhaschen.
ich habe mir auf dem weg vom flieger zum „tower“
erst mal ne fluppe angesteckt
und da kam gleich n schick uniformierter auf mich zugelaufen,
wild gestikulierend
„stop smoking!“, „stop smoking!“.
naja,
was sollte da schon noch kaputtgehen können?
ich hab die kippe dann auf den boden geworfen und ausgetreten
und dem uniformierten damit ein überwältigendes lächeln ins gesicht gezaubert.

egal,
ich hatte ja minenfelder getitelt

pflichtbesuch für erstreisende nach kambodscha ist natürlich die tempelanlage angkor.
1995 waren in dieser gegend aber noch marodierende khmer rouge unterwegs
und minenlegung schien denen am effektivsten.
ach,
worauf ich hinaus will, ist dass ich mit nem temporären, italienischen traveller da unterwegs war
und wir oben auf so´ner tempelspitze sassen, über den dschungel um uns herum blickten
und in der ferne diverse andere tempelspitzen aus dieser grünen ebene herausragend sahen.
kurzer blickkontakt mit meinem begleiter, mini-englisch „straight?“
und wir machten uns straight durch den wald auf zum nächsten tempel
anstatt den angelegten weg zu benutzen.
haha,
beim zieltempel angekommen
kamen uns die ganzen schnickschnack-verkäufer entgegengelaufen
und erzählten uns ganz aufgeregt,
dass wir soeben durch ein minenfeld gelaufen wären.
ohje,
der tipp der einheimischen für weitere solche aktionen war,
dass man vorher irgendwelche dorfbewohner fragt,
ob die da schon ihre kühe durchgejagt haben.
kühe als minensucher,
ich glaube,
die wären auch ganz zufrieden gewesen,
wenn ein deutscher und ein italiener je eine mine aufgespürt hätten,
ne kuh ist cooler

buddel

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Über eisenschaedel

der faulste reisende der welt
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